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Kategorie:
Hohberg (115-15)
Stichworte: Niederschopfheim, Quelle: Offenburger Tageblatt Ausgabe vom: 18.08.2004 Seite: 28 |

Das barocke Kleinod in Hohberg
Vor 250 Jahren wurde der Grundstein der Brigittenkirche mitten in
Die Brigittenkirche in Niederschopfheim ist ein barockes Kleinod in
Hohberg. Hier ergänzen sich Architektur, plastische Ausstattung und die
Bemalungen in seltener Vollkommenheit.
Hohberg. Hier ergänzen sich Architektur, plastische Ausstattung und die
Bemalungen in seltener Vollkommenheit.
VON HANS GÖPPERT
Hohberg. Am 60. Geburtstag von Regionaldekan und Pfarrer Bernhard Pfaff hat
Altbürgermeister Hermann Löffler als Geburtstagsgeschenk ein von ihm
verfasstes Buch über seine Heimatkirche mitgebracht, in dem die Geschichte
der Kirche, die Kunst an und in der Kirche und die Geschichte der
Außenanlagen der barocken Kirche dargestellt wird. Das Buch ist noch nicht
der Öffentlichkeit zugänglich. Hermann Löffler hat aber
versprochen, dies irgendwann zu tun.
Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Am Sonntag feiert die
Gemeinde übrigens die Grundsteinlegung vor 250 Jahren (Bericht folgt). An
der markanten Stelle, an der heute die Kirche steht, ist ein bestimmender
Fluchtpunkt im gesamten Dorf. Sie steht am Rande eines Hügels, und die
heutige Hauptstraße führt direkt auf die Kirchenfassade zu. Hier
müssen Vorgängerbauten gestanden haben, denn bei der Restaurierung
1939/40 wurden Fundamentreste gefunden. Auch schon 1616 wude anlässlich
einer Kirchenvisitation zur damaligen Kirche vermerkt, sie sei von alters her
ganz bemalt.
Der Taufstein aus dem Jahre 1616 stammt noch aus der Vorgängerkirche.
Die »Anschubfinanzierung« machte eine Nachlassstiftung von Pfarrer
Lindenmeyer aus dem Jahre 1749. Was viele Hohberger immer wieder vergessen ist,
dass die Steine vom »Oberen Schloss« in Hofweier für den Rohbau
der Kirche verwendet wurde.
1753 wurden die Steine nach »Schopfe« gefahren. Dem Kenzinger
Schreinermeister und Architekt wurde 1754 der Auftrag zum Bau der Kirche
»nach vorgelegtem Riss« gegeben und im gleichen Jahr der Grundstein
gelegt. Schon 1756 wurde in der Kirche Gottesdienst gehalten, und 1756 malte
Johann Pfunner die Deckenbilder. 1760 wurde eine Orgel von Ignaz Seuffert
installiert und 1768 wurden die Chorstühle eingebaut.
Natürlich durften die Beichtstühle damals nicht fehlen. 1769 hat
Zimmerer Josef Ott sie eingebaut. 1770 wurde die Brigittenfigur am Turm gefasst.
Die Schutzherrin Brigitta weist auf das Kloster Honau hin. Dort hatten
iro-schottische Mönche ein Kloster gegründet. 1793 wurde die Kirche
dann geweiht.
Mit den Finanzen gab es immer wieder Schwierigkeiten. Noch 1800 war die
Gemeinde mit dem Schuldenabbau beschäftigt. Finanzieren mussten den Bau
damals die Ortsherrschaft, Kirchenfonds und die Gemeinde.
Auch der vermögende Hofweierer Pfarrer Philipp Jakob Schmautz hat sich
»gnädigst« an der Finanzierung beteiligt. Mehrere Restaurierungen
(1809, 1908, 1939/40) veränderten das Innere der Kirche stark und waren
meistens dem Geschmack des jeweiligen Pfarrers angepasst. Die Meinungen der
Bevölkerung wurden damals nicht eingeholt. Die umfassende
Innenrestaurierung von Restaurator Alfred Panowsky (1971 bis 1974), der auch die
Hofweierer Kirche umfassend verantwortlich mit anderen restaurierte (1969 bis
1971), bringt die Stuckmalerei Pfunners wieder zum Vorschein.
Auch die großflächigen Übermalungen wurden entfernt und die
farbige Marmorierung der Altäre kam wieder ans Tageslicht. Die Pieta
erhielt ihren ursprünglichen Platz in einer freigelegten Nische. Der
Sandsteinboden wurde wieder hergestellt. Neu ist die Beleuchtung durch
Glaslüster.
Man war der Überzeugung, dass die Lüsterillumination des
frühen 19. Jahrhunderts in solchen Barockkirchen üblich war.
Beachtenswert ist der Kredenztisch und der Baldachin im Chor der
Niederschopfheimer Kirche. Sie sind Kunstwerke vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Hohberg. Am 60. Geburtstag von Regionaldekan und Pfarrer Bernhard Pfaff hat
Altbürgermeister Hermann Löffler als Geburtstagsgeschenk ein von ihm
verfasstes Buch über seine Heimatkirche mitgebracht, in dem die Geschichte
der Kirche, die Kunst an und in der Kirche und die Geschichte der
Außenanlagen der barocken Kirche dargestellt wird. Das Buch ist noch nicht
der Öffentlichkeit zugänglich. Hermann Löffler hat aber
versprochen, dies irgendwann zu tun.
Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Am Sonntag feiert die
Gemeinde übrigens die Grundsteinlegung vor 250 Jahren (Bericht folgt). An
der markanten Stelle, an der heute die Kirche steht, ist ein bestimmender
Fluchtpunkt im gesamten Dorf. Sie steht am Rande eines Hügels, und die
heutige Hauptstraße führt direkt auf die Kirchenfassade zu. Hier
müssen Vorgängerbauten gestanden haben, denn bei der Restaurierung
1939/40 wurden Fundamentreste gefunden. Auch schon 1616 wude anlässlich
einer Kirchenvisitation zur damaligen Kirche vermerkt, sie sei von alters her
ganz bemalt.
Der Taufstein aus dem Jahre 1616 stammt noch aus der Vorgängerkirche.
Die »Anschubfinanzierung« machte eine Nachlassstiftung von Pfarrer
Lindenmeyer aus dem Jahre 1749. Was viele Hohberger immer wieder vergessen ist,
dass die Steine vom »Oberen Schloss« in Hofweier für den Rohbau
der Kirche verwendet wurde.
1753 wurden die Steine nach »Schopfe« gefahren. Dem Kenzinger
Schreinermeister und Architekt wurde 1754 der Auftrag zum Bau der Kirche
»nach vorgelegtem Riss« gegeben und im gleichen Jahr der Grundstein
gelegt. Schon 1756 wurde in der Kirche Gottesdienst gehalten, und 1756 malte
Johann Pfunner die Deckenbilder. 1760 wurde eine Orgel von Ignaz Seuffert
installiert und 1768 wurden die Chorstühle eingebaut.
Natürlich durften die Beichtstühle damals nicht fehlen. 1769 hat
Zimmerer Josef Ott sie eingebaut. 1770 wurde die Brigittenfigur am Turm gefasst.
Die Schutzherrin Brigitta weist auf das Kloster Honau hin. Dort hatten
iro-schottische Mönche ein Kloster gegründet. 1793 wurde die Kirche
dann geweiht.
Mit den Finanzen gab es immer wieder Schwierigkeiten. Noch 1800 war die
Gemeinde mit dem Schuldenabbau beschäftigt. Finanzieren mussten den Bau
damals die Ortsherrschaft, Kirchenfonds und die Gemeinde.
Auch der vermögende Hofweierer Pfarrer Philipp Jakob Schmautz hat sich
»gnädigst« an der Finanzierung beteiligt. Mehrere Restaurierungen
(1809, 1908, 1939/40) veränderten das Innere der Kirche stark und waren
meistens dem Geschmack des jeweiligen Pfarrers angepasst. Die Meinungen der
Bevölkerung wurden damals nicht eingeholt. Die umfassende
Innenrestaurierung von Restaurator Alfred Panowsky (1971 bis 1974), der auch die
Hofweierer Kirche umfassend verantwortlich mit anderen restaurierte (1969 bis
1971), bringt die Stuckmalerei Pfunners wieder zum Vorschein.
Auch die großflächigen Übermalungen wurden entfernt und die
farbige Marmorierung der Altäre kam wieder ans Tageslicht. Die Pieta
erhielt ihren ursprünglichen Platz in einer freigelegten Nische. Der
Sandsteinboden wurde wieder hergestellt. Neu ist die Beleuchtung durch
Glaslüster.
Man war der Überzeugung, dass die Lüsterillumination des
frühen 19. Jahrhunderts in solchen Barockkirchen üblich war.
Beachtenswert ist der Kredenztisch und der Baldachin im Chor der
Niederschopfheimer Kirche. Sie sind Kunstwerke vom Ende des 19. Jahrhunderts.



