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Kategorie:
Fernsehen (451-1)
Stichworte: Fernsehen, Quelle: keine Angabe Ausgabe vom: 31.07.2000 Seite: 22 |

»Und do singt sie zu de Gäscht«
»Treffpunkt Abendmelodie«: Filmaufnahmen mit Monika Gebrecht für eine Sendung über die Stadt Fernsehaufnahmen am Samstag im Offenburger Gasthaus »Andres«. Am Mittwoch, 4. Oktober, wird die Sendung »Treffpunkt Abendmelodie« ein musikalisches Portrait von Offenburg ausstrahlen. Eines der Highlights ist die Sängerin Monika Gebrecht. VON ACHIM KEIPER
Offenburg
. Samstag, 14 Uhr, die letzten Marktleute sind gerade weg. Während die große Kehrmaschine die letzten Salatblätter vom Pflaster fegt, fahren drei weiße Autos am Fischmarkt vor: »SWR« steht ganz groß drauf. Kameras, Leuchten und Kabel werden in das Kellergewölbe des »Andres« geschleppt, die alten Mauern sollen als Kulisse für Monika Gebrechts Sangeskunst dienen. Für Koordination, Regie und Logistik ist Brigitte Gass zuständig, ehemals Redakteurin beim OFFENBURGER TAGEBLATT. Wie bekommt man beim SWR einen Fuß in die Tür? Die 34-Jährige: »Ich hab' einfach nur lange genug genervt.« Der Beleuchter macht die Nacht zum Tag, Kameras und Tongeräte werden in Position gebracht, ein Mikro sieht aus wie eine Möhre, ein anderes wie ein Pelztierchen. Kameramann Günther Link weist mit der Hand einen großen Bogen: So soll die Sängerin später die Treppe herunterkommen. Sein junger Kollege Christian Zecha schreitet schon mal zur Probe hinab. Pfeifend, wegen der besseren Anschaulichkeit. Günther Link ist seit 35 Jahren im Geschäft. Dem 58-jährigen Biberacher hört man an, wo er herkommt: »Do kommt sie von links, do singt sie zu de Gäscht, un do hinte geht sie widder nuff.« Drei Minuten und zwanzig Sekunden dauert der Song, das will ausgefüllt sein. Im »Andres« bleibt nichts an seinem Platz. Die Kommode verschwindet hinter einem schwarzen Tuch, das Sideboard kommt ein Stück nach vorne, das Pferdchen ein wenig nach links. Jetzt schreitet der Beleuchter die Treppe herab, die Hand in klampfender Bewegung vor dem Bauch. Alles lacht. Der Akustiker tritt aus Versehen gegen einen Scheinwerfer, das Licht geht aus: »Verflixt«.Meistens sind die Kameraleute beim SWR für Dokumentationsfilme unterwegs. »Es gibt die amerikanische Aufnahmetechnik und die russische«, erzählt Christian Zecha. Unter »russisch« verstehe man »Held mit Erde«, unter »amerikanisch« dagegen »Held mit Himmel«. Wieder kommt jemand die Treppe heruntergeschritten - es ist der Kellner mit dem Milchkaffee. 15.30 Uhr, Monika Gebrecht erscheint auf der Bildfläche. Dezentes Kostüm, Gitarre um den Hals, »Bühnenpräsenz«. Erste Probe: Keiner schreitet so gut wie sie. Musik kommt von der CD, die Gebrecht singt aber wirklich, bewegt nicht nur die Lippen. Mit fünf Jahren hat sie zum ersten Mal auf der Bühne gestanden, als junge Frau ist sie jahrelang mit der Band »Escorial« durch die Ortenau getingelt, jetzt ist sie 50. Wie ist es, wenn man in dem Alter das erste Mal ins Fernsehen kommt? Monika Gebrecht: »Gleichzeitig komisch und schön.« Brigitte Gass verfolgt den Auftritt an einem Bildschirm, macht sich Notizen: Wo soll der Blick mehr nach vorne, an welcher Stelle soll die zweite Einstellung beginnen? Um halb sechs ist alles im Kasten. Dreieinhalb Stunden Arbeit für dreieinhalb Minuten Film. Fernsehzeit: Außer Monika Gebrecht werden die Stadtkapelle Offenburg, die »Tastenflitzer« der Musikschule und der Meiko-Chor beim SWR zu sehen sein. 13 Titel zählt die CD »Stationen« von Monika Gebrecht, am 4. Oktober wird das Lied »Kennst du das auch« über die süddeutschen Mattscheiben flimmern.
Offenburg
. Samstag, 14 Uhr, die letzten Marktleute sind gerade weg. Während die große Kehrmaschine die letzten Salatblätter vom Pflaster fegt, fahren drei weiße Autos am Fischmarkt vor: »SWR« steht ganz groß drauf. Kameras, Leuchten und Kabel werden in das Kellergewölbe des »Andres« geschleppt, die alten Mauern sollen als Kulisse für Monika Gebrechts Sangeskunst dienen. Für Koordination, Regie und Logistik ist Brigitte Gass zuständig, ehemals Redakteurin beim OFFENBURGER TAGEBLATT. Wie bekommt man beim SWR einen Fuß in die Tür? Die 34-Jährige: »Ich hab' einfach nur lange genug genervt.« Der Beleuchter macht die Nacht zum Tag, Kameras und Tongeräte werden in Position gebracht, ein Mikro sieht aus wie eine Möhre, ein anderes wie ein Pelztierchen. Kameramann Günther Link weist mit der Hand einen großen Bogen: So soll die Sängerin später die Treppe herunterkommen. Sein junger Kollege Christian Zecha schreitet schon mal zur Probe hinab. Pfeifend, wegen der besseren Anschaulichkeit. Günther Link ist seit 35 Jahren im Geschäft. Dem 58-jährigen Biberacher hört man an, wo er herkommt: »Do kommt sie von links, do singt sie zu de Gäscht, un do hinte geht sie widder nuff.« Drei Minuten und zwanzig Sekunden dauert der Song, das will ausgefüllt sein. Im »Andres« bleibt nichts an seinem Platz. Die Kommode verschwindet hinter einem schwarzen Tuch, das Sideboard kommt ein Stück nach vorne, das Pferdchen ein wenig nach links. Jetzt schreitet der Beleuchter die Treppe herab, die Hand in klampfender Bewegung vor dem Bauch. Alles lacht. Der Akustiker tritt aus Versehen gegen einen Scheinwerfer, das Licht geht aus: »Verflixt«.Meistens sind die Kameraleute beim SWR für Dokumentationsfilme unterwegs. »Es gibt die amerikanische Aufnahmetechnik und die russische«, erzählt Christian Zecha. Unter »russisch« verstehe man »Held mit Erde«, unter »amerikanisch« dagegen »Held mit Himmel«. Wieder kommt jemand die Treppe heruntergeschritten - es ist der Kellner mit dem Milchkaffee. 15.30 Uhr, Monika Gebrecht erscheint auf der Bildfläche. Dezentes Kostüm, Gitarre um den Hals, »Bühnenpräsenz«. Erste Probe: Keiner schreitet so gut wie sie. Musik kommt von der CD, die Gebrecht singt aber wirklich, bewegt nicht nur die Lippen. Mit fünf Jahren hat sie zum ersten Mal auf der Bühne gestanden, als junge Frau ist sie jahrelang mit der Band »Escorial« durch die Ortenau getingelt, jetzt ist sie 50. Wie ist es, wenn man in dem Alter das erste Mal ins Fernsehen kommt? Monika Gebrecht: »Gleichzeitig komisch und schön.« Brigitte Gass verfolgt den Auftritt an einem Bildschirm, macht sich Notizen: Wo soll der Blick mehr nach vorne, an welcher Stelle soll die zweite Einstellung beginnen? Um halb sechs ist alles im Kasten. Dreieinhalb Stunden Arbeit für dreieinhalb Minuten Film. Fernsehzeit: Außer Monika Gebrecht werden die Stadtkapelle Offenburg, die »Tastenflitzer« der Musikschule und der Meiko-Chor beim SWR zu sehen sein. 13 Titel zählt die CD »Stationen« von Monika Gebrecht, am 4. Oktober wird das Lied »Kennst du das auch« über die süddeutschen Mattscheiben flimmern.



