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Kategorie:
Kulturelle Vereine ( A - Z ) (469-1)
Stichworte: Hohe-Horn-Kreis, Quelle: keine Angabe Ausgabe vom: 20.05.1999 Seite: 19 |

Alles zum Wohle der Orgel
Die Weingartenkirche und ihr neues Instrument standen im Mittelpunkt des Hohe-Horn-Kreises Alles zum Wohle der Orgel: Unter diesem Motto stand am Dienstag abend das Frühjahrstreffen des Hohe-Horn-Kreises in der Weingarten-Kirche und im angrenzenden Pfarrzentrum. VON HUBERT RÖDERER Offenburg. Ganz am Anfang stand der Turm. Der war morsch und mußte renoviert werden. Hubert Burda trommelte gestandene Offenburger Geschäftsleute zusammen, auf daß sie ihren Geldbeutel öffneten. Bald hatte der Hausberg der Stadt sein Wahrzeichen wieder. Das war 1980. Seither trifft sich die Runde alle Jahre zweimal wieder. Fast immer wegen Essen, Trinken und Kunst. Ab und zu wird auch mal wieder zu einer guten Tat gerufen. So war's beim Freiheitsfest, da das Stadttor am Stadtbuckel gesponsort wurde. Generös zeigte sich dieser »Hohe-Horn-Kreis« auch am Dienstag abend wieder. Klaus Basler und Josef Köster, die beiden Ortsvorsteher aus Zell-Weierbach und Fessenbach, hatten es beim Herbsttreffen vor genau einem halben Jahr geschafft, den Verleger davon zu überzeugen, daß ein Spendenabend für die neue Orgel in der Wallfahrtskirche Weingarten, Mutterkirche der beiden Stadtteile, eine prima Sache wäre. Und Basler warb eingangs im Gotteshaus vor 110 Mitgliedern des Kreises und weiteren Gästen um eine milde Gabe. In der Weingartenkirche, einem Offenburger Kleinod und exakt 603 Jahre und 18 Tage alt, sollte es endlich wieder gut tönen. Die alte Orgel, in den 50er Jahren restauriert, sei am Ende. Das sei längst bekannt. Der Orgelbauausschuß benmühe sich bereits seit 1996, die finanziellen Grundlagen für den Kauf eines neuen Instruments zu schaffen - schwierig angesichts der Kosten von summa summarum 900 000 Mark. Doch die Verantwortlichen wie Hubert Wörner, Ferdinand Scheuerer oder Josef Hauser seien zuversichtlich, daß die 32-Register-Orgel von den beiden Stadtteilen geschultert werden könne. Bereits 300 000 Mark seien beisammen. Knappe 200 000 Mark dürften die Offenburger Kirchengemeinde und das Ordinariat zuschießen. 400 000 Mark indes fehlen noch. Basler: »Wenn wir sie, wie geplant, schon im Jahre 2001 hören wollen, muß sie bis spätestens 30. Juni bestellt sein.« Dank zollte Basler auch namens seines Kollegen Köster dem Hohe-Horn-Kreis, daß er der Orgel-Spendenaktion bzw. -Patenschaft ein Forum bot. Dank galt auch der Dresdner Bank, die »panem et circenses« übernommen hatte, die Kosten für Menü und Musik. Beides ein Genuß. Alfons Bächle und sein Team zauberten am Herd Lukullisches von Zander bis Taubenbrust. Jürgen-Ponto-Stiftung Und Amalia Aubert, Fabian Wettstein, Johannes Ziegler und Teresa Kammerer, das »Arion-Quartett«, zelebrierten Kammermusik vom Feinsten. Die vier Nachwuchsmusiker, zum Teil in Offenburg zu Hause, haben auch sonst mit der Dresdner Bank zu tun. Seit 1997 wird das Quartett von der Jürgen-Ponto-Stiftung gefördert, teilte Freiherr von Loeffelholz vom Stiftungsvorstand mit. Die Stiftung war 1977 nach der Ermordung des früheren Chefs und Kunstmäzens von dessen Frau und der Bank gegründet worden, um junge Künstler zu unterstützen, von Architekten bis Malern. 385 Künstler bekamen bislang 5,5 Millionen Mark an Fördermitteln. Noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt ist der Einsatz der Dresdner Bank für den Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden. 250 Millionen Mark werden benötigt, 150 sind bereits gesammelt, 75 kamen allein durch Stifterbriefe zusammen. Doch an diesem Abend zählte allein die Orgel. Tausende von Mark erbrachte die Versteigerung mehrerer Kunstdrucke und eines Originals von der Kirche, gemalt vom Saarbrücker Gaetano Gross. Auktionator und Kunsthistoriker Hubert Burda brachte alles unter die Leute. Wer wollte sich ihm schon entziehen? Gleichwohl: Das Spenden-Ende ist noch lange nicht absehbar. Der Abend wurde von Medientechnik-Studenten der Fachhochschule multimedial aufgezeichnet.



